Wanderschafherde zieht wieder durch Hildener Heide

Die Wanderschafherde ist ab dem Wochenende (29. bis 30. August) wieder in der Hildener Heide unterwegs. Rund sieben bis zehn Tage lang werden Schafe und Ziegen die Magerrasen-, Heide- und Moorflächen beweiden, um so die landschaftstypische Vegetation zu pflegen und um unerwünschte Gehölze zurückzudrängen.

Die Heideflächen in unserer Region sind keine ursprüngliche Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft, die erst durch jahrhundertelange Nutzung und Beweidung durch menschliche Einwirkung entstanden ist. Die Schafe und Ziegen fressen Gräser, jungen Baumaufwuchs, Brombeeren und andere Pflanzen, die sonst die Heide überwuchern würden. Gleichzeitig knabbern sie die Heidepflanzen an, die dadurch immer wieder von unten austreiben und sich so verjüngen. Ohne die Beweidung würden die Flächen zunehmend verbuschen und sich innerhalb weniger Jahre zu Wald entwickeln.

Die Heideflächen rund um den Hildener Sandberg sind im Kreis Mettmann einzigartig. Sie sind ein wichtiger, kulturhistorischer Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Arten, die an sandige und nährstoffarme Böden angepasst sind. Dazu zählen unter anderem Besen- und Glockenheide, verschiedene Ginsterarten, Heidenelke, Gagelstrauch und Moorlilie. Auch seltene Tierarten wie die Zauneidechse und zahlreiche Wildbienen– und Heuschreckenarten finden hier geeignete Lebensräume.

Um diese Artenvielfalt zu erhalten, wird die Heide seit 2002 durch eine Wanderschafherde gepflegt. Die Schäfer ziehen jedes Jahr vom Rhein durch die Naturschutzgebiete der Bergischen Heideterrasse und beweiden dabei unter anderem die Hildener Heide, die Ohligser Heide und das Further Moor. Die Wanderschafherde besteht aus rund 500 bis 600 Moorschnucken – einer kleinen, genügsamen hornlosen Schafrasse – und etwa 50 Ziegen.

Damit die Beweidungsphase für Schafe, Hunde und Menschen sicher und stressfrei verläuft, werden Wanderwege kurzfristig gesperrt. Alle Hundehalterinnen und Hundehalter werden gebeten, ihre Hunde während des Aufenthalts der Herde im gesamten Gebiet anzuleinen. Übrigens informieren neue Infotafeln der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann rund um den Sandberg über die Besonderheiten der Heideflächen und die Beweidung.

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