Pflanze des Monats

Ein Spaziergang durch die Urdenbacher Kämpe lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Es gibt für Erwachsene und Kinder so vieles zu entdecken.

In dieser Serie stellen wir einige interessante Pflanzen vor, die am Wegesrand zu finden sind. Darunter sind häufige, aber auch einige seltene Arten. Viele von ihnen locken Insekten an und sind daher ökologisch besonders wertvoll oder haben besondere Überlebensstrategien entwickelt. Schon unsere Vorfahren haben die heilende Wirkung der Pflanzen für sich zu nutzen gewußt oder sie für alte Handwerke genutzt.

Es lohnt sich, die Augen offen zu halten!


Juli - Blutweiderich

Mit ihrer leuchtenden rot-violetten Blütenpracht zieht der Blutweiderich (Lythrum salicaria) nicht nur die Blicke der Spaziergänger und Wanderer von weitem auf sich. Auch Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge „fliegen“ auf den süßen Nektar der stattlichen Pflanze.

Bekannt ist sie auch unter ihren Namen Ährenweiderich, Gewöhnlicher Blutweiderich, Blutkraut oder Stolzer Heinrich.

Sie blüht ab Juli bis in den September und wird bis zu 1,20 Meter hoch. Die Blüten sind rot-violett gefärbt. Jede der langen, endständigen Ähren besteht aus rund hundert Blüten. Der derbe, behaarte Stängel steht aufrecht. Die Blätter sind gegenständig angeordnet. Die Pflanze produziert Pollen in unterschiedlichen Farben und Größen. Ein raffinierter Mechanismus aus unterschiedlich langen Griffeln und Staubfäden stellt die Fremdbestäubung sicher.

Blutweiderich enthält zahlreiche Wirkstoffe wie Pektin, Harze, ätherisches Öl und viele Gerbstoffe. Diese verleihen der Pflanze bakterienhemmende und blutstillende Eigenschaften. Schon im Altertum setzten Heilkundige die Blüten und den Wurzelstock als Medizin gegen Durchfälle, bei Magen- und Darmentzündungen ein. Und sie nutzten die blutungsstillende Wirkung zur Wundheilung. In Notzeiten aßen die Menschen die jungen Sprosse, das Mark der Stängel und die Laubblätter als Gemüse.

Früher wurde der Blutweiderich zum Gerben von Leder verwendet. Mit seinem Saft imprägnierten die Menschen schon im 16. Jahrhundert Holz und Seile und verhinderten so, dass sie im Wasser faulen. Mit dem roten Farbstoff der Blüten färbte man einst auch leckere Zuckerwaren.

Blutweiderich fühlt sich in humusreichen, feuchten Böden wohl. Hier kann eine einzige Pflanze bis zu drei Millionen Samen bilden, die von Wind und Wasser verbreitet werden. Die Samen haben feine Schleimhaare, mit denen sie sich an Wasservögeln festhalten und forttragen lassen. So können sie im nächsten Frühjahr in allen ausreichend feuchten Böden keimen und ihre nächste Generation sichern.

 


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